Hyaluronsäure für bessere Gelenke und weniger Gelenkschmerzen


Hyaluronsäure ist eine zuckerähnliche Substanz aus D-Glucoronsäure und N-Acetyl-D-Glucosamin. Sie wird vom menschlichen Körper aus spezifischen Proteinen in Zellmembranen selber produziert und ist somit ein natürliches Produkt. Hauptvorkommen im Körper ist vor allem das Bindegewebe, die extrazellulären Räume (Räume außerhalb der Zellen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind), in Gelenken als Gelenkflüssigkeit und zum Beispiel das Auge.

Das Besondere an Hyaluronsäure ist seine Struktur. Sie bildet lange Disaccharideinheiten aus, die in einer unverzweigten, schraubenförmigen Helix verbunden sind. Diese Verbindung ist in der Lage eine große Menge Wasser zu binden. Hyaluronsäure kann mehr Wasser binden, als jede andere uns bekannte polymere Verbindung. Im Auge reichen nur 2% Hyaluronsäure aus, um aus 98% Wasser einen gelartigen festen Körper zu binden. Aus der Bindung entsteht also aus Wasser eine Art Gel. Dieses wird auch in unseren Gelenken ausgenutzt.

Herstellung von Hyaluronsäure

Anfangs war es ausschließlich möglich, Hyaluronsäure aus tierischem Gewebe zu extrahieren. Mittlerweile ist es außerdem möglich Hyaluron aus der Synthese von bestimmten Bakterien oder der In-vitro-Synthese zu erzeugen.

Die Extraktion aus tierischem Gewebe wurde früher ausschließlich für Laborzwecke genutzt, da das Risiko dabei Krankheitserreger mit zu übertragen zu groß war. Heute wird überwiegend auf biotechnologische Verfahren gesetzt, da mit ihrer Hilfe größere Mengen hergestellt werden können.  Genutzt wird dafür in der Regel die Kaskadenfermentation.

Dazu werden Pflanzenreste und Pilze als Nährboden für Mikroorganismen genutzt und Zucker zugeführt. Die Organismen beginnen nun, die Pflanzenteile zu verdauen und es kommt durch den Zucker zur Gärung. Dadurch bilden die Mikroorganismen um sich herum eine Kapsel die unter anderem Hyaluron enthält. In mehreren Stufen wird so das Hyaluron angereichert und mit weiteren Verfahren isoliert.

Hyaluronsäure aus pflanzlicher Herstellung bietet gegenüber der tierischen Extraktion den Vorteil, dass sie für viele Menschen besser verträglich ist und ein übertragen von Krankheitserregern ausgeschlossen ist. Das Risiko von allergischen Reaktionen wird auf diese Weise ebenfalls minimiert.

Wie ist ein Gelenk aufgebaut und wie entsteht Arthrose und Gelenkschmerzen

Ein Gelenk besteht aus einem Gelenkkopf welcher sich in einer Gelenkpfanne bewegen kann. Damit beide Knochen nicht direkt aufeinandertreffen, ist sowohl der Gelenkkopf, als auch die Gelenkpfanne mit einem Knorpel überzogen. Das gesamte Gelenk befindet sich in einer Gelenkkapsel und wird von verschiedenen Bändern zusammengehalten. Zwischen den Gelenkknorpeln befindet sich eine Spalte die die Gelenkflüssigkeit enthält und zur Schmierung und Stoßdämpfung dient. Die Flüssigkeit wird durch die Gelenkkapsel im Gelenk gehalten. Durch die Hyaluronsäure bekommt die Gelenkflüssigkeit eine gelartig Substanz. Sie besitzt so eine genügend hohe Viskosität, um die Gelenkknorpel voneinander zu trennen. In einem gesunden Gelenk findet der Abbau von alter und neu nachproduzierter Hyaluronsäure zu gleichen Teilen statt, sodass ein Gleichgewicht herrscht.

Mit steigendem Alter nimmt die Produktion der körpereigenen Hyaluronsäure allerdings ab. Anhand des Bindegewebes und der Haut lässt sich dies von außen gut beobachten. Sie verliert an Elastizität, wird trocken und in dieser Folge ebenfalls schlaff. In den Gelenken kann die Abnahme von Hyaluronsäure auch erst viel später seine Wirkung zeigen. Dann ist ein Schaden allerdings meistens schon entstanden und irreparabel.  

Durch das gestörte Gleichgewicht wird die gelartige Gelenkflüssigkeit, die den Knorpel des Gelenks schützt und schmiert, wässrig. In Folge dessen nimmt die Abnutzung des Knorpels zu, da nun die Knorpel mit erhöhtem Widerstand aufeinander reibt. Der Gelenkverschleiß wird außerdem dadurch gefördert, dass Stöße durch die fehlende stoßdämpfende Wirkung nicht mehr abgefangen werden können. Im Extremfall kann der Knorpel völlig zerstört werden, sodass der Gelenkkopf auf der Gelenkpfanne reibt. Dies führt zu starken Schmerzen der betroffenen Gelenke, Vermeidung von Bewegung und dadurch in der weiteren Folge zu Versteifung von Gelenken durch zu wenig Bewegung. Die Mobilität von erkrankten Personen nimmt dadurch mit der Zeit immer stärker ab. Es entsteht daher eine Art Abwärtsspirale und die Symptome können sich schnell verschlechtern.

Wenn ein Schaden am Gelenkknorpel erst einmal entstanden ist, so lässt sich dieser nicht wieder beheben oder aufbauen. Später lassen sich nur noch Symptome lindern und die Erkrankung zum Beispiel durch zuführen von künstlicher Hyaluronsäure verzögern. Dieser Verschleiß der Gelenke wird als Arthrose bezeichnet. Man sollte dies nicht mit einer Arthritis verwechseln, bei der sich das Gelenk entzündet.

Eine Arthrose, also Verschleiß des Gelenkknorpels, muss nicht in jedem Gelenk und bei jedem auftreten. Trotzdem leiden etwa 10% der Deutschen an dieser Erkrankung. Es gibt dabei einige Gelenke, bei denen sie häufig auftritt. Eine Gonarthrose des Kniegelenks und eine Coxarthrose des Hüftgelenks treten in der Vielzahl aller Fälle auf. Dabei handelt es sich um Gelenke, die im Laufe des Lebens mechanisch stark beansprucht werden und dabei z.B. auch viele Stöße abfedern müssen. Am Ende einer Arthrose Behandlung steht meist der Einsatz eines künstlichen Gelenks. In Deutschland erhalten jährlich ca. 169.000 Patienten ein künstliches Kniegelenk und etwa 200.000 Patienten ein künstliches Hüftgelenk. In der Hand tritt zum Beispiel häufig die sogenannte Rhizarthrose auf.  

Wie hilft Hyaluronsäure bei Gelenkschmerzen und Arthrose

Um die schützenden und schmierenden Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit wiederherzustellen, kann vom Arzt Hyaluronsäure direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Die Kosten für die Behandlung sind mit durchschnittlich ca. 200-300€ relativ hoch und müssen je nach Schweregrad der Erkrankung im Abstand von einem Jahr oder kürzer wiederholt werden. Dies liegt daran, dass die zusätzlich gespritzte Hyaluronsäure vom Körper nach einiger Zeit wieder abgebaut wird. Als Alternative werden von vielen Patienten Hyaluronsäure-Kapseln bevorzugt eingesetzt und mit einer positiven Wirkung auf die Symptome und die Lebensqualität beschreiben. Die Anwendung ist von jedem auch vorbeugend einfach durchzuführen und eine kostengünstige Alternative zu Spritzen direkt in das Gelenk.

Zurzeit gibt es zwar nur wenige Studien, die die Wirkung der oralen Einnahme von Hyaluronsäure bei Arthrose und Gelenkschmerzen beweisen, allerdings wird von vielen Patienten ein positiver Effekt durch die Einnahme bemerkt. Zudem sind die Risiken bei der oralen Einnahme geringer und es sind zurzeit keine Nebenwirkungen bekannt. Patienten mit Allergien sollten allerdings darauf achten, dass die Hyaluronsäure aus pflanzlichen Quellen stammt, sodass keine Reaktionen zum Beispiel auf tierische Eiweiße entstehen können. Beim Spritzen in das betroffene Gelenk kann es neben Blutergüssen und Klümpchenbildung hingegen auch zu Infektionen kommen.  

Fazit: Hyaluronsäure bei Gelenkverschleiß und als Vorbeugung
Ist der Knorpel des Gelenks durch nachlassende Hyaluronsäure Eigenproduktion des Körpers im Alter erst einmal beschädigt, lässt sich dieser Schaden nicht mehr umkehren. Mit künstlicher, von außen zugeführter Hyaluronsäure, kann gegen das weitere Fortschreiten der Krankheit vorgegangen werden und Gelenkschmerzen als Symptom der Erkrankung mit Arthrose gelindert werden. Mithilfe von Hyaluronsäure-Spritzen kann der Arzt direkt das betroffene Gelenk unterstützen. Die Behandlung ist allerdings relativ kostenintensiv und muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um einen wirkungsvollen Effekt zu erzielen. Als günstige Alternative werden von Patienten Hyaluronsäure-Kapsel eingesetzt, mit denen trotz weniger Studien gute Erfolge erzielt werden konnten. Diese können auch ohne bekannte Nebenwirkungen vorbeugend als Gelenkschutz genutzt werden.

Als Dosierung hat sich in der Praxis eine Einnahme von Kapseln mit mindestens 120mg Hyaluronsäure bewährt, da durch den Carrier-Effekt die Aufnahme durch den Körper wesentlich gesteigert werden kann. Carrier sind Transportproteine die in den Zellmembranen sitzen und lebenswichtige Stoffe wie Salze, Zucker und Aminosäuren in den Körper transportieren. Dieser Effekt ist um einiges höher, als die klassische Diffusion durch die Zellen.

Der Selbstversuch von Hyaluronsäure-Kapseln als vorbeugender Gelenkschutz und zur Arthrose Behandlung sind also empfehlenswert und können somit zu einer erhöhten Lebensqualität und besseren Beweglichkeit beitragen.  

 

Quellen: 
https://www.meduni.com/hilft-hyaluronsaeure-gegen-gelenkbeschwerden/
https://www.vitaminexpress.org/de/hyaluronsaeure

 

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